Aigues Mortes

Die Mauern sind wirklich eindrucksvoll

Im Jahre 1240 schwor König Ludwig der IX als Dank für die Genesung von einer Malaria, einen Kreuzzug zur Befreiung Jerusalems zu unternehmen.
Leider verfügte er zu dem Zeitpunkt über keinen eigenen geeigneten Hafen im Mittelmeer,…

…so daß er zu ebendiesem Zwecke auf einem von Mönchen erworbenen Areal innerhalb kürzester Zeit am westlichen Rand der Camargue eine Stadt bauen ließ.

Die Sonne geht über Aigues Mortes auf

Diese Stadt lag inmitten von Sümpfen und Salzseen mit „aquae mortae“, toten Wassern, die der Stadt ihren Namen gaben.
Um in dieser damals unwirtlichen Gegend für ausreichend Bevölkerung zu sorgen, wurde der Ort mit umfangreichen Steuerprivilegien versehen.
Damals lag Aigues Mortes noch direkt am Mittelmeer und im Jahre 1248 startete Ludwig von hier aus mit 38 Schiffen in Richtung Jerusalem. Die Schiffe konnten jeweils 500 bis 800 Kreuzfahrer aufnehmen, die verpflichtet waren, jeder sein eigenes Faß mit Trinkwasser, eine Laterne, einen eigenen Nachttopf sowie eine Seekiste mitzubringen, die als Koffer, Bett und nötigenfalls als Sarg herhalten musste.

Der Tour Carbonnière bewachte damals den einzigen Landzugang zum Ort.

Zu dieser Zeit gab es die eindrucksvollen Stadtmauern noch nicht, lediglich der Tour de Constance und der etwa drei Kilometer entfernte Tour Carbonnière dienten dem Schutz des Ortes.

Immer wieder einen Blick wert…

Nachdem die 1248 begonnene Unternehmung gescheitert war, unternahm Ludwig IX anno 1270 seinen letzten Kreuzzug gegen Tunis, den er nicht überleben sollte. Er und viele seiner Männer wurden von der Pest hingerafft.

Bei Nacht wird die Mauer angestrahlt…

Sein Nachfolger, Philipp der Schöne, ließ dann die imposanten Mauern um die Stadt herum erbauen. Die Gesamtlänge der mit Steinen aus Beaucaire und Les Beaux erbauten, 11 Meter hohen, von 15 Türmen geschützten Mauer beträgt über 1600 Meter. Diese bis in unsere Zeit komplett erhaltenen Befestigungsanlage kann begangen werden und man hat von hier aus immer wieder schöne Einblicke in die Stadt und in die weite Umgebung mit ihren Lagunen und Salzzeen.
Aigues Mortes ging aufgrund der nach wie vor bestehenden Privilegien und der verkehrsgünstigen Lage seiner Blütezeit entgegen. Im 14. Jh. lebten hier etwa 15.000 Menschen, das sind fast viermal so viele, wie die Stadt heute beherbergt (die vielen Touristen im Sommer mal nicht mitgerechnet…).
Der Ort verdankt also seine Entstehung katholischem Glaubenseifer, und auch in seiner weiteren Geschichte, sollte religiöser Fanatismus seine grausigen Spuren hinterlassen:
Zur Zeit der Religionskriege diente der Tour de Constance als Gefängnis, in dem unter unvorstellbaren Bedingungen die verfolgten Hugenotten eingekerkert wurden. Eine von Ihnen, Marie Durant, wurde mit fünfzehn Jahren gefangengenommen und weigerte sich volle 38 Jahre lang, ihrem Glauben abzuschwören. Während dieser Zeit hielt sie in Tagebüchern fest, wie es in dem Turm zuging. Ihre Standhaftigkeit schließlich beeindruckte den Gouverneur des Languedoc so sehr, daß er sie schließlich freiließ. Marie Durant, die als junges Mädchen in den Turm geworfen wurde, verließ ihn als damals schon alte Frau von 53 Jahren… .
Die Rhône lagerte indes immer mehr Sand in ihrem Mündungsdelta ab und der Hafen von Aigues Mortes versandete. Die Stadt verlor ihre strategische Bedeutung und versank im Dunkel der Geschichte. Heute ist sie jedoch ein hübscher, lebendiger Ort, dessen schmale Gassen viele kleine Geschäfte, Cafes und Restaurant zu bieten haben.
Ein Besuch dieser wirklich schönen, mittelalterlichen Stadt ist auf jeden Fall zu empfehlen.

Wer mag, kann hier noch einige Photos ansehen:

Viel Spaß

 

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Weitere Fotostrecken finden Sie im Inhaltsverzeichnis

Sie betreiben eine eigene Webseite?

Ich würden mich freuen, wenn Sie das Wort Camargue auf Ihrer Seite mit http://www.camargue-photos.de verlinken.

19 Comments

  1. Michael Lentes
    6. März 2007

    Zum Teil fantastische Fotos, ich hatte die Stadt im Zuge einer Schulreise vor etwa 30 Jahren besucht und war seinerzeit sehr beeindruckt von der Stadtmauer. Es kommt mir vor als wäre es erst vor wenigen Tagen gewesen, wenn ich diese schönen Fotos sehe.

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  2. Tristan
    8. März 2007

    super stadt bion immer im sommer hier

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  3. Margot
    8. Mai 2007

    Guten Tag,

    vor Jahren war ich in dort und natürlich begeistert. Am meisten beeindruckt haben mich die Stierencerradas. Diese Jahr wollte ich wieder in die Camargue und wüsste gerne, wann und in welchem Ort „envcerradas“ geplant sind. Ob mir jemand antwortet?

    Danke von der sonnigen Nordseeküste

    Margot

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  4. andreas
    8. Mai 2007

    Hallo Margot,

    wenn Du von der Course Camarguaise so begeistert bist, dann guck doch mal hier:
    http://www.camargue-photos.de/2006/07/05/course-camarguaise/
    Diese Form des Stierkampfes findet in der Sommersaison in nahezu jedem Ort der Camarge an jedem Wochenende statt. Zu empfehlen sind besonders die Arenen in Le Grau du Roi, und in Aimargues sowie in St Laurent d’Aigouze.
    Andreas

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  5. Tristan
    16. Juli 2007

    Ich fahre jetzt schon seit 4 Jahren nach Aigues Mortes . Meine Oma ist dort schon seit 20 jahren alle 4 mal im Jahr..

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  6. Bruno Friedli
    21. Juli 2007

    Wir kommen seit 20 Jahren immer wieder an diesen Ort. Diese Fotogalerie ist besser als die meisten Fotobücher!

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  7. riri
    2. September 2007

    mit großer begeisterung haben wir gerade diese wunderbaren fotos betrachtet. einfach grandios!

    vielen dank!:-)

    lieber gruß

    christoph und desiree

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  8. Lore
    9. Oktober 2007

    Es ist schlimm,wie die Hugenotten oder Protestanten in diesem Tour de Constance leiden mussten!Zurzeit lese ich ein Buch darüber.

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  9. Rita
    26. November 2007

    Ich habe in Aigues
    Mortes ein kleines Appartement und fahre am liebsten dann hin, wenn die Masse der Touristen verschwunden ist. Vor allem Weihnachten/Silvester ist es interessant.

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  10. andreas
    26. November 2007

    Hallo Rita,

    mir geht es ebenso, ich bin auch sehr gerne außerhalb der Saison dort unten, und gerade über den Jahreswechsel ist es dort herrlich. Wir haben unsere Wohnung in Le Grau de Roi, und es ist dann so schön ruhig dort. Und auch die Märkte sind dann in „einheimischer Hand“, und es entwickelt sich bei mir dann das schöne Gefühl, (fast) einer von ihnen zu sein…

    Gruß
    Andreas

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  11. Karl
    12. September 2008

    Hallo, Ich lege seit 1998 mit meinem Boot im Hafen von A.M. Sind durch Zufall dort gelandet, fanden die Stadt, und vor allem die Menschen einfach toll. Zu erst waren wir ganzjährig dort, jetzt nur das Winterhalbjahr, da uns im Sommer zu viel Trubel herscht, und die Hitze zu groß ist. Für uns ist es unser 2. Zuhause. Wir freuen uns schon wieder endlich dahin zu kommen.
    Mit freundlichen Grüßen Karl

    Antworten
  12. andreas
    12. September 2008


    Hallo Karl,

    das muß ein sehr glücklicher Zufall gewesen sein 😉

    Andreas

    Antworten
  13. Andreas
    28. März 2009

    Vor 36 Jahren war ich auch mal in Le Grau du Roi. Leider nur mit einer Jugendgruppe auf der Durchreise. Schon in dieser kurzen Zeit hat sich der Ort bei mir eingeprägt.

    Die hier gezeigten Fotos verstärken mein Bedürfnis, dort mal wieder vorbei zu schauen! Geht es in diesem Jahr auch wieder dort hin?

    Mit welcher Ausrüstung sind die Fotos gemacht vorden. Alle mit der Alpha 100? Und mit welchen Objektiven? Ich habe die Dynax 7D leider nicht mit den hochwertigsten Obejektiven mit Ausnahme des 1:1,4 50 mm Minolta sowie des 70-200 mm Sigma mit 1:2,8 HSM.

    Gruß

    Andreas

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  14. Andreas Lettow
    30. März 2009

    Hallo Namensvetter,

    klar geht’s dieses Jahr wieder in die Camargue, und dieses Mal wird auch die Alpha 900 mit dabei sein 🙂
    Die bisher gezeigten Aufnahmen enstanden sowohl mit der Alpha 100, als auch mit der KoMi D7D. Und ein relativ großer Teil der Bilder stammt noch aus „analogen Zeiten“ und wurde von mir selbst gescannt.
    An Objektiven kam eine ziemlich breite Palette von 12mm bis 500mm zum Einsatz.

    Gruß
    Andreas

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  15. Schon geil das sowas noch gibt, geht bei mir n Jahr da hin mal wieder mein nostalgisches Reich.

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  16. Der neger
    7. September 2010

    Halllo wie gehts???

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  17. iphone reperatur münchen
    14. September 2010

    Hey mit gehts gut, echt super Blog werde ich weiter empfehlen, sind die Bilder vom Blogger selbst ?

    Antworten
  18. andreas
    14. September 2010

    @iphone rerarierer:
    Danke für’s Lob, und ja, die Bilder sind alle von mir.

    Gruß
    Andreas

    Antworten
  19. Sázení
    5. Juni 2011

    Just find your site. Add to my fav. Will be bach .Thanks and greatings from Czech.

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