Camarguefrühling

In diesem Jahr waren wir, bedingt durch die Schulferien, extrem früh im Jahr in der Camargue, und ich hatte schon etwas Sorge, daß ich auf eine noch weitgehend schlafende Natur treffen würde. Es war tatsächlich ganz anders als sonst, wo wir meist in den Monaten Mai, Juni oder Juli dort waren. Als wir ankamen stellte ich als erstes fest, daß fast alle Bäume und auch die Weinstöcke noch kahl waren. Auch Flamingos waren erstmal nur vereinzelt zu sehen. Trotzdem sollte ich noch zu meinen Motiven kommen.

Ende März, Anfang April erwachen die Sumpfschildkröten aus der Winterstarre und legen ihre Eier ab.

Zu den angenehmsten Überraschungen gehörte, daß ich noch eine recht große Zahl an Silberreihern sah, die den vergangenen Winter hier verbracht haben. Einer von denen ließ sogar eine Annäherung mit dem Auto auf etwa 7 Meter zu, so daß ich aus dem Fenster mit aufgelegtem 500mm-Objektiv zu einigen Portraitaufnahmen kam. Sogar mit dem 100-300mm-Objektiv waren formatfüllende Bilder möglich.

Überhaupt ist das Auto eine gute Möglichkeit, die Vögel der Camargue zu photographieren. Die Tiere sind an die Blechkisten gewöhnt und bleiben, wenn man etwas Glück hat und sich vorsichtig annähert oft sitzen. Der kritischste Moment ist dabei meist das Anhalten, bzw. das Abstellen des Motors. Daher sollte man langsam an den Zielpunkt heranrollen und das Objektiv sollte schon vorbereitet im Fensterrahmen liegen.

Neben dem großen, weißen Silberreiher waren auch seine kleineren Vettern, die Seidenreiher zu sehen, ebenso wie der aus Afrika zugewanderte Kuhreiher und natürlich die Graureiher, die bereits damit beschäftigt waren, einen Partner zu finden und ihre Nester zu bauen.

Auch ein Weißstorch war fleißig damit beschäftigt, Nistmaterial zusammenzusuchen.

Neben der Vogelwelt lohnt sich auch ein Blick auf die Herden der Stiere und Pferde, die in diesem Land in relativer Freiheit leben und daher garnicht so leicht abzulichten sind. Insbesondere die Stiere ziehen sich bei einer Annäherung sofort ins Hinterland zurück. Man bekommt sie dann nur noch von hinten zu sehen und das auch noch auf immer größer werdende Entfernung.

Die hier gezeigten Aufnahmen entstanden bei dem Ort Villeneuve. Ich konnte mich dort in einem Graben vestecken, so daß die Tiere nur meinen Kopf zu sehen bekamen, mit dem sie offenbar nicht so recht etwas anfangen konnten. Auf jeden Fall waren sie überhaupt nicht beunruhigt, sonder viel eher neugierig und machten sich nicht gleich „vom Acker“. Sowohl bei den Stieren, als auch bei den Herden der Camarguepferde war schon eine deutliche, sich mit dem Fortschreiten des Frühjahres noch steigernde Unruhe zu spüren. Die Tiere waren viel mehr in Bewegung, als sie es später in der warmen Jahreszeit sind, wo man sie dann oft nur dösend in der Sonne stehen sieht.

Auch Flamingos ließen sich finden, die sich in großen Trupps auch schon auf die Balz einstimmten. Natürlich bricht dabei immer mal wieder ein Streit vom Zaun…

Zu dieser frühen Jahreszeit findet aber auch der Landschaftsphotograph in der Camargue gute Möglichkeiten, zu Bildern zu kommen. Die Sonne steht noch nicht so hoch am Himmel, das Licht ist mild, und man muß für Sonnenaufgänge noch nicht gar so früh aufstehen, …oder ist eben am Abend rechtzeitig zum Essen wieder zurück. Klingt vielleicht komisch, war aber einer der Punkte, die ich in diesem Urlaub sehr geschätzt habe…

Und selbst, wer an Tieren und Landschaft der Camargue kein Interesse hat, kann hier photographisch auf seine Kosten kommen, denn Motive finden sich wirklich überall…

Wenn Sie Lust auf weitere Bilder haben, können Sie hier noch ein paar weitere Bilder sehen. Viel Spaß

 

 

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Weitere Fotostrecken finden Sie im Inhaltsverzeichnis

Sie betreiben eine eigene Webseite?

Ich würden mich freuen, wenn Sie das Wort Camargue auf Ihrer Seite mit http://www.camargue-photos.de verlinken.

8 Comments

  1. Poldi
    29. April 2008

    Hallo,

    im vorigen Jahr auf meiner Radreise von Wien – Deutschland – Schweiz – Italien – Frankreich und Spanien. Ohne Karte und alleine, komme ich in „Port Camarque-Le Grau du Roi-Port“ wie ein wunder in die wunderschöne, Stadt. Es gefiel mir so gut, dass ich gleich für vier Tagen geblieben bin. Wie ein Labyrinth sieht die romantische Stadt Camarque aus. Fuhr durch die engen Gassen die auf beiden Seiten von pflegende Häuserbauten gesäumt sind. Wunderschön anzusehen. Komme sicher wieder in die Stadt.

    Bin gerne bereit mich mich zu verlinken.

    Mit freundliche Grüße
    Poldi

    Antworten
  2. Poldi
    5. Mai 2008

    Hallo,

    bin gerade dabei Ihre Link bei meine Touren unterzubringen. Würde mich freuen auf eine Gegenseitigkeit.

    Wie ist bei Euch das Wetter? Wir haben eine Schlechtwetterperiode. Am 14. dieses Monat fahre ich wieder los. Wollte gerne per Schiff nach Amerika und Australien mit dem Rad. Die Überfahrt mit Schiff ist zu teuer.

    Gösse aus Wien
    Poldi

    Antworten
  3. Frank Fischer
    18. März 2010

    Hallo, habe den Link auf Deine Webseite von einer meiner Fotokurs-Teilnehmerinnen geschickt bekommen. Sehr schöne Fotos einer tollen Gegend.

    Weiter so!

    lg frank

    Antworten
  4. Peter
    17. Juli 2011

    Hallo Camargue Fan´s,

    ich war das erste mal 1978 – dann 79 80 81 82 86 2001 2010 in Le Grau,
    damals gabs noch nicht so viele Geschäfte.
    Ich war auf der ganzen Welt,Sch…. auf Australien, Amerika, und den rest der Welt.
    Le Grau ist der Hammer.

    lg. Peter

    Antworten
  5. Peter
    15. Dezember 2012

    Hallo Frankreich Fan´s,
    wir fahren am 08.06.2013 wieder nach Le Grau du Roi, wir zählen schon die Tage
    lg Peter

    Antworten
    1. Andreas
      15. Dezember 2012

      Hallo Peter,
      ich zähle mit, denn wenig später bin ich auch wieder dort (…wird auch Zeit…)
      Gruß
      Andreas

      Antworten
  6. Stephanie
    20. Januar 2013

    Hallo zusammen,

    Ende April sind wir für 3 Wochen auch wieder dabei. Letzes Jahr haben wir ein anderes Urlaubsziel ausgesucht und mal wieder festgestellt, dass Le Grau du Roi für uns nicht zu toppen ist. Ich zähle schon wieder die Tage…

    Liebe Grüße,
    Stephanie

    Antworten
    1. andreas
      20. Januar 2013

      Ach ja, drei Wochen im Frühjahr… das hätte ich auch gerne mal wieder, aber zur Zeit „hängen“ wir halt noch an den Schulferien… .
      Bis Ende April, das ist ja schon in Sichtweite. Grüß mir Le Grau und eine gute Zeit für Euch.

      Herzliche Grüße
      Andreas

      Antworten

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