Stierkampf mit Kühen???

Klar gibt’s das…In der Camargue, wo der Tanz mit dem Stier eine lange Tradition hat, über die ich an anderer Stelle schon berichtete, gibt es eine Variante dieses Spiels, bei dem in der Arena kein Stier, sondern eine Kuh den raseteurs gegenübersteht. Damit dürfte das ja im eigentlichen Sinne kein Stierkampf mehr sein, aber unter der Überschrift „Course camarguaise“ passt es dann doch wieder. Der Ablauf solch einer „vache cocardière“ ist der gleiche, wie bei der „course“ mit einem Stier, allerdings wird der Zuschauer sehr schnell einen Unterschied feststellen.

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Die Aktionen in der Arena laufen wesentlich schneller und unruhiger ab, als mit einem Stier, denn abgesehen davon, daß die Kühe nur etwa halb so viel Gewicht in die Arena bringen, wie die etwa 400kg schweren Stiere, und damit um einiges flinker agieren können, haben die Kühe auch das Geschehen links, rechts und sogar hinter sich im Blick, wohingegen die Stiere ihre Aufmerksamkeit eher nach vorn richten. Durch diese größere Übersicht (…woher kommt mir das bloß so bekannt vor? ), sind ihre Aktionen nicht so vorhersehbar, wie die der Stiere, und die raseteurs müssen deutlich flexibler reagieren. dadurch wirkt das Ganze viel schneller und auch gefährlicher, auch wenn natürlich nicht so viel „Dampf“ dahintersteckt, wie bei den Stieren…

Wer mag, kann sich hier einige Bilder ansehen, die in der Arena von Le Grau du Roi entstanden sind.

Viel Spaß

Andreas

 

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Weitere Fotostrecken finden Sie im Inhaltsverzeichnis

Sie betreiben eine eigene Webseite?

Ich würden mich freuen, wenn Sie das Wort Camargue auf Ihrer Seite mit http://www.camargue-photos.de verlinken.

4 Comments

  1. lisa
    16. Oktober 2009

    Das ist so ekelhaft!
    Wie kann man so pervers sein und sich Stierkämpfe oder „Kuhkämpfe“ ansehen?!
    Ich wünsche mir echt aus dem ganzen Herzen, dass solche würdelosen Tierquälereien verboten werden!
    Was für Schmerzen diese unschuldigen Tiere durchstehen müssen und das nur damit diese sch*** Touristen die Länder besuchen kommen!
    Ich verstehe das einfach nicht!
    Es gibt doch auch keine sinnvolle Rechtfertigungen für diese Grausamkeiten!
    Jeder der Stierkämpfe sehen geht ist schuld an diesen Tierquälereien! Denn es wird ja auch nur für die gemacht!
    Ich würde mich sehr über Rückmeldungen freuen.

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  2. Andreas Lettow
    16. Oktober 2009

    Hallo Lisa,

    bevor Du mich als Perversling abstempelst, solltest Du vielleicht mal den im Text verlinkten Artikel lesen, denn Du hast scheinbar keine Ahnung, von welcher Art des „Stierkampfes“ hier die Rede ist. Der Stier muß hierbei keine Qualen durchstehen und von würdelos, kann man auch nicht wirklich sprechen, denn der Stier wird hoch geachtet und alle Beteiligten behandeln einen „Cocardier“ (ein erfahrener Kämpfer wird so genannt) mit äußerstem Respekt und Hochachtung.
    Vielleicht liest Du hier nochmal nach, was ich bereits dazu schrieb:

    http://www.camargue-photos.de/2006/07/05/course-camarguaise/

    Beste Grüße
    Andreas (der die Corrida auch nicht mag…)

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  3. lisa
    18. Oktober 2009

    Es tut mir echt Leid, ich habe das Leider völlig falsch verstanden!
    Die Überschrift war ja „Stierkamf mit Kühen“ und unter Stierkampf verstand ich halt qualvolles durchbohren von Stieren mit Speeren und Dolchen!
    Leider habe ich deine Seite nicht genz durchgelesen und wusste deshalb nicht, dass das eine völlig andere Art des eigentlichen Stierkampfes ist! Ich habe bis jetzt nichts davon gehört, aber ich finde es wirklich hervorragend! 🙂
    LG, Lisa

    Antworten
  4. Michael
    18. Januar 2012

    Hallo Kollege,

    für ein Fotoprojekt habe ich Informationen zur Course Camarguaise gesucht und bin dabei auf deine Seite gestossen.

    Kompliment, saubere Fotos!!!

    Ich würde gern für die Erläuterung der Bilder, die ich mache, deine Texte in Auszügen benutzen.

    Es wird im Sommer hier in Hannover eine Ausstellung geben. Melde dich einfach.

    Beste Grüße

    Michael
    Bildjournalist

    p.s.: ich kenne und liebe die Camargue seit etwa 35 Jahren

    Antworten

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